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Leserbrief zum Thema Spa Aladin vom 4. Juni 2008
"Verwundert verfolge ich die Diskussion Für und Wider das Spa Aladin. Den Bürgerinnen und Bürgern, die das Projekt aus ökologischen Gründen, wegen des
Baustiles und des Umfanges mit den damit zu erwartenden Folgen ablehnen, wird die Verbreitung von Unwahrheiten und Unseriosität vorgehalten. Die Befürworter nehmen für sich in Anspruch, seriös und offen zu
informieren. Tatsächlich? Nehmen wir das Beispiel Trinkwasserversorgung.
Niemand geht im Ernst davon aus, die Stadt könne das Wellnessunternehmen nicht mit Wasser versorgen. Die Frage ist doch: Zu welchem
Preis für die Geretsrieder Bürgerinnen und Bürger und für den Wasserhaushalt der Region?
Zur Erinnerung: Die hohe Investition für den neuen Hochbehälter von Geretsried wurde mit folgenden Argumenten
vermittelt: Geretsried will unabhängig vom teuren Münchner Wasser werden. Das ist nur mit größerem Wasserspeicher möglich, um auch Engpässe ohne Zukauf überbrücken zu können. Dadurch können die Wasserpreise
besser stabil gehalten werden. Die Löschwassersituation wird sich dadurch verbessern. Geretsried wird in den nächsten Jahren um einige tausend Einwohner/innen wachsen. Auch dafür muss die Stadt Vorsorge
treffen. Für diese verbesserte Wassersituation haben einige Geretsrieder Bürgerinnen und Bürger über Verbesserungsbeiträge mit bezahlt.
Nun die Argumentation der Stadt zur Wasserversorgung, wenn das
wasserintensive SpaAladin mit am Netz hängen wird: Zahlen aus einem(!) nassen(!) Jahr 2007, kein Wort zum kontinuierlichen Bevölkerungswachstum und dazu, dass neben den bereits neu ausgewiesenen Baugebieten in
der Jeschken- und der Jahnstraße auch noch die Erschließung der Böhmwiese für die Mehrheit im Stadtrat beschlossene Sache ist und auch die Sportstätten im begehrlichen Blick der Vermarktung liegen, der lapidare
Hinweis auf den möglichen Rückgriff auf das teure Münchner Wasser, dessen Notwendigkeit demnach für das Spa Aladin in Kauf genommen wird. Da müssen die Fragen erlaubt sein: Wie schaut es aus, wenn wir die letzten
fünf Jahre zu Grunde legen oder ein trockenes Jahr haben? Wie schaut es mit unseren Reserven aus, wenn das vom Stadtrat gewünschte und unterstützte Wachstum mit eingerechnet ist? Welche Auswirkungen auf Ökologie und
Wasserhaushalt der Region sind zu erwarten, wenn die Fördermenge gesteigert wird? Ist diese Annahme überhaupt realistisch angesichts der ernst zu nehmenden Klimaprognosen, die eine deutliche Umverteilung der
Niederschläge ankündigen? Wer bezahlt, wenn wir auf das teure Münchner Trinkwasser zurückgreifen müssen?
Die Antwort zur letzten Frage ist nach der geltenden Rechtslage eindeutig: Die Geretsrieder
Bürgerinnen und Bürger, denn Gebühren und Beiträge sind kostendeckend zu erheben. Die Entscheidung kann aus politischen Erwägungen höchstens ein wenig hinaus geschoben werden. Wir haben nichts davon gehört, dass die
Mehrkosten laut Vertrag dem Investor des Spa Aladin in Rechnung gestellt werden sollen.
Fazit: Unwahr ist es nicht, was zur Wasserversorgung veröffentlicht wird. Ein Zeichen dafür, dass die Bürgerinnen und
Bürger ernst genommen und wirklich umfassend informiert werden, ist es ebenfalls nicht. Ebensowenig zeugt es übrigens von demokratischem Verständnis, anhand des Terminplans des Aktionsbündnisses gegen das Spa Aladin
genau an diesen Terminen Gegenveranstaltungen für die Befürworter zu organisieren."
Brigitta Siepmann
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