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Presseerklärung der Sprecherin des Kreisverbandes Bad Tölz – Wolfratshausen, Brigitta Siepmann, zum Internationalen Frauentag am 8. März 2003
„Die Zukunft geschlechtergerecht gestalten: Das ist erklärtes Ziel von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN. Einige Erfolge, wie den Rechtsanspruch auf Teilzeitarbeit, die flexible Regelungen bei
der Elternzeit und das Gleichstellungsgesetz für den öffentlichen Dienst haben wir bereits erreicht. Trotzdem ist die berufliche Gleichstellung von Frauen und Männern, eine wichtige Forderung zur
Gestaltung einer gerechten und zukunftsfähigen Gesellschaft, leider immer noch nicht voll verwirklicht.
Gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit? Nirgendwo in der Europäischen Union klaffen Männer- und Frauengehälter weiter auseinander als in Deutschland: Frauen verdienen hier nur ungefähr 76%
des Einkommens der Männer! Schuld daran sind nicht nur fehlende Kinderbetreuung und die schwierige Vereinbarkeit von Familie und Beruf. "Frauenberufe" werden im Vergleich zu
"Männerberufen" trotz ähnlicher Belastungen und Ausbildungszeiten oft unterbewertet. Hier sieht der Kreisverband dringenden Handlungsbedarf bei Gewerkschaften und Arbeitgeberverbänden. Sonst
werden die Frauen auch bei der Debatte um die Eigenversorgung im Gesundheits- und Rentenwesen wieder den Kürzeren ziehen: Denn wer weniger verdient, kann auch weniger vorsorgen.
Frauen wollen 100% - Dafür machen wir uns stark!
Die Mandatsträger/innen von BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN im Landkreis werden sich auch weiterhin dafür einsetzen, dass öffentliche Gelder geschlechtergerecht verwendet werden. Denn
Untersuchungen zeigen, dass Männer mehr von kommunalen Investitionen und Zuwendungen profitieren. Das gilt bei Zuschüssen an Vereine ebenso, wie bei Investitionen im Verkehr und in der Sportförderung.
Werden z.B. hohe Summen in Fußballplätze oder den Geretsrieder und Tölzer Eissport investiert, entstehen vor allem Arbeitsplätze für Männer, die diese Einrichtungen auch vor allem als Sportler und Fans
nutzen. Für eine ausreichende und wohnortnahe Kindertagesbetreuung, damit Frauen nach Ende des Erziehungsurlaubes zuverlässig an ihren Arbeitsplatz zurückkehren können, fehlt dann meist das Geld. Die
Kommunen verzichten dadurch auf Einnahmen, die sie für jede/n Einkommensteuerzahler/in erhalten.
Gerechte kommunale Haushalte – Dafür machen wir uns stark.
Ganz oben auf unserer Prioritätenliste steht die Forderung nach einem Gleichstellungsgesetz für die Privatwirtschaft. Freiwillige Vereinbarungen brachten bisher leider keinen großen
Erfolg. So hat bisher kein Unternehmen aus unserem Landkreis das Audit Beruf & Familie durchlaufen. Die Beruf & Familie GmbH, eine Initiative der gemeinnützigen Hertie-Stiftung mit
Ansprechpartnern in Wolfratshausen, verleiht dieses Zertifikat an Unternehmen und auch Kommunen, die eine bewusste Personalpolitik betreiben und kontinuierlich an einer tragfähigen Balance von
Erwerbsarbeit und Familie arbeiten. (Infos unter: www.beruf-und-familie.de ) Ich würde mir wünschen, dass zum Internationalen Frauentag 2004 die Liste der Unternehmen um einige aus dem Landkreis erweitert sein wird.“
Brigitta Siepmann Sprecherin
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