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Leserbrief zum Pressegespräch mit dem Geretsrieder Bürgermeister, Herrn Schmid 2.8.2003
Sommerrätsel
Der Geretsrieder Bürgermeister hat seine Stadträte mit einem Rätsel in die Sommerpause entlassen. Er spricht von „dem Stadtrat“, der –
vermutlich auf Grund der größeren Anzahl im Verhältnis zu einem einzelnen Bürgermeister – den Hauptteil der Schuld für die Unregelmäßigkeiten unter dem ehemaligen Stadtwerkeleiter Liß zu tragen
habe. Denn was ihn selbst betreffe, lebe er noch in einer gewissen Ungewissheit, ob er überhaupt Fehler gemacht habe. Das wolle er nun von „neutraler“ Stelle wissen – und meint damit das CSU-geprägte Landratsamt. Da staunt freilich das Stadtratsmitglied, das diesen Leserbrief verfasst. Müsste sich diese Ungewissheit doch spätestens durch den Bericht des zweifellos neutralen Kommunalen Prüfungsverbandes schon längst in absolute Gewissheit gewandelt haben. Wen meint nun Herr Schmid mit „dem Stadtrat“? Wir wissen es nicht. Die neuen Stadtratsmitglieder kann er nicht meinen. Der unrühmliche Abgang von Herrn Liß lag vor ihrer Zeit. Die Opposition kann er auch nicht meinen, denn deren gesundem Misstrauen ist es ja zu verdanken, dass Herr Liß, entgegen dem heroischen Widerstand seines Vorgesetzten, Herrn Bürgermeister Schmid, endlich seinen Posten räumen musste.
Zu allem Überfluss gibt es laut Herrn Bürgermeister Schmid auch noch „einige Stadträte“, die es – im Gegensatz zu ihm - leider immer noch nicht
kapiert haben, dass die vielen Aktionen unseres Wirtschaftsförderes notwendig seien, um den „Standort Geretsried nach außen zu verbreiten“. „Viele“ könnten z.B. nichts damit anfangen, dass
nun (endlich!: Anmerkung der Leserbriefschreiberin) ein unverwechselbares Stadtlogo unser Briefpapier ziert. Wer sind nun wieder diese „Einigen“ und „Vielen“? Auch das wissen wir nicht. Die
Freien Wähler, die den Wirtschaftsreferenten stellen, wohl kaum. Unsere Ausschussgemeinschaft Grüne-FDP ist es auch nicht. Denn obwohl wir den Satzungsentwurf für ein künftiges Wirtschaftsforum für
überreglementiert halten, brauchen wir keine Nachhilfe, um die Notwendigkeit hinter den Bemühungen unseres Wirtschaftsförderers zu erkennen.
Fazit: Wieder einmal würde man sich von Herrn Bürgermeister Schmid mehr Rückgrat
und klarere Aussagen wünschen. Er könnte damit Spekulationen entgegentreten, dass er womöglich mit „dem Stadtrat“ und den „Einigen“ und „Vielen“ seine eigenen Reihen meint.
Brigitta Siepamm
Stadträtin BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN
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