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Offener Brief an den Stadtratskollegen und Parteivositzenden der CSU, Herrn Meinl, 19.02.2005
Sehr geehrter Herr Meinl,
Dank Ihrer Initiative finde ich meinen Namen in den letzten Wochen so oft in der Presse, dass ich mich inzwischen tatsächlich in meiner
politischen Arbeit von Ihnen bestätigt sehen muss: Heißt das doch in kommunalpolitisch aktiven Kreisen nichts anderes, als dass Sie mich als politische Gegnerin sehr ernst nehmen.
Andererseits wundere ich mich über die Art und Weise, wie die Auseinandersetzung geführt wird. Hat es die CSU wirklich nötig, die politischen
„Gegner“ mit allen Mitteln klein zu reden, um selbst größer herauszukommen? Ich denke nicht.
Selbstverständlich wissen Sie sehr gut, dass sich die haushaltspolitischen Vorschläge unserer Ausschussgemeinschaft nicht nur auf die Hundesteuer
beschränkt haben, sondern weit darüber hinaus gegangen sind. Sie wissen auch, dass ich meine Arbeit als Stadträtin sehr ernst nehme und mich sorgfältig mit den anstehenden Themen auseinandersetze. Ich tue das
allerdings lieber still und in der Sache als mit Theaterdonner. Meine Auffassung von Zusammenarbeit im Stadtrat ist von gegenseitiger Akzeptanz und Wertschätzung geprägt. Davon werde ich auch nicht abweichen, auch
wenn die CSU partout an dem derzeitigen Niveau ihrer politischen Auseinandersetzung festhalten will. Ich weiß aus der Vergangenheit, dass auch mit den Stadtratsmitgliedern der CSU im Sinne einer demokratischen
Auseinandersetzung durchaus eine kontruktive Stadtratsarbeit möglich ist.
Mein Appell deshalb an Sie: Finden Sie zu dem Niveau zurück, das ich bisher an Ihnen geschätzt habe.
Mit freundlichem Gruß
Brigitta Siepmann
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