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Stellungnahme der Grünen zum Mediterana in der Stadtratssitzung vom 25.10.2005 (weitere Stellungnahmen und Berichte zum Mediterana unter aktuelles):
Wir Grüne bleiben bei unserem „Nein“ zum Vorhaben „Mediterana II“.
Denn an unseren ursprünglichen Hauptkritikpunkten – der drohenden Landschafts-Zersiedelung
und gravierenden -änderung, dem enormen Flächenverbrauchund der Flächenversiegelung im Außenbereich, hat sich nichts geändert – im Gegenteil.
Die Grundfläche der Gebäude ist im Laufe des Verfahrens kontinuierlich angewachsen – von ca. 15.000 qm auf inzwischen ca.
20.000 qm (19.963 qm lt. Plan).
- Die Anlage einer Tiefgarage statt der ursprünglich angedachten oberirdischen Parkmöglichkeiten als Flächeneinsparung zu
bezeichnen, ist pure Augenwischerei.
Denn auf der ehemaligen Parkfläche ist nun das Baufenster für das künftige Hotel eingezeichnet, voraussichtlicher Flächenbedarf laut den vorgelegten
Plänen: 1,5 ha (Seite 7 des Umweltberichtes von Narr, Rist und Türk). Das Hotel hätte sonst auch gar keinen Platz mehr auf dem Gelände gefunden, wenn die Parkplätze nicht unter die Anlage
verschwunden wären. In so fern möchte ich den ökologischen Anspruch, mit dem uns hier die Tiefgarage „verkauft“ werden soll, doch relativieren.
- Wir bezweifeln, dass es mit einem künftigen Hotel getan sein wird. Es werden konkrete Wünsche nach weiteren Anlagen folgen,
die mit der Rentabilität des Hotels und der Anlage begründet werden könnten. Der Wunsch nach Wohneinheiten für das Personal außerhalb der kostenintensiven Räume des Mediterana ist ebenfalls
wiederholt laut geworden – und mit Sicherheit nicht das letzte Mal.
- Die erforderliche Zufahrt zieht einen weiteren Flächenverbrauch und eine Flächenversiegelung nach sich.
- Die Baumaßnahme ist ein gravierender Eingriff in den gesamten Boden des Grundstückes und die umliegender Flächen und wirkt
negativ auf natürliche Lebensräume, wie Sie den Plänen entnehmen können.
Hinzu kommen folgende Punkte:
- Es liegen mit den neuen Plänen nun tatsächlich viele Aussagen zu den wichtigsten Punkten vor, z.B. zur Belastung des Abwassers und zur Qualität der geplanten Bio-Kläranlage. Nachweise ist uns der Investor allerdings immer noch schuldig. Dabei dürfte es z.B. nicht besonders schwierig sein, sich etwa die Abwasserwerte des Mediterana I von den Stadtwerken in Bergisch-Gladbach bestätigen zu lassen, um nur ein Beispiel zu nennen.
- Auf Intervention von Herrn Vogel vom 13.09. gibt es nun immerhin eine Zufahrt für Busse. Diese dürfen die Badegäste sogar
direkt am Eingang aussteigen lassen. Danach müssen sie sich allerdings in Luft auflösen oder in der Landschaft parken. Denn es gibt in den Plänen keinen einzigen Parkplatz für Busse. Auch in der
Tiefgarage ist ausdrücklich nur von PKW-Parkplätzen die Rede. (Dafür sind es 200 mehr, als ursprünglich angekündigt). Allerdings ist es auch kein Geheimnis, dass Fußgänger, Radfahrer und
Busgesellschaften nicht zum in erster Linie angesprochenen Personenkreis des Investors zählen.
- Denn die vom Investor eigentlich ausschließlich favorisierte Zufahrt über die neue Lindenallee birgt hohes Konfliktpotential
mit dem Fuß- und Radverkehr, der die B 11 auf Höhe von Buchberg queren möchte. Zwar heißt es in den Unterlagen so lapidar: „Hierbei integriert sich der Radfahrer in den Verkehrsfluss, wie bei
Stadt- und Ortsstraßen üblich.“ Nur findet auf solchen Straßen die Begegnung nicht in einer uneinsichtigen Unterführung und bei uneinsichtigen Stellen mit einer prognostizierten
Geschwindigkeit der PKW von 50 Stundenkilometer statt.(Seiten 2 mit 4 von 11 des Verkehrsgutachtens)
Sich so ein Nadelöhr im Radverkehr zu schaffen widerspricht auch eindeutig dem Ziel, in den überregionalen Radtourismus einzusteigen,
wie Sie, Frau Bürgermeisterin, kürzlich angekündigt haben. Wir müssen uns hier schon entscheiden, was wir wollen. Wir können allerdings diese Gefahrenstelle später auch auf eigene Kosten
entschärfen. Wir Grüne würden es allerdings bevorzugen, wenn das auf Kosten des Investors geschähe.
Und zum Schluss noch ein Zitat aus den Plänen zu dem bewohnten Mietshaus, das leider der künftigen Anfahrt zum Mediterana II im Wege
steht: „Ein Anwesen an der B 11 direkt östlich der Lindenallee wird abgebaut. Ausreichend Ersatzwohnraum liegt im Stadtgebiet Geretsried vor.“ Zitat Ende.
So einfach geht das also, wenn ein bewohntes Mietshaus dem Investor des Mediterana im Wege steht. An diese Art der Problemlösung
werden Sie sich gewöhnen müssen, wenn Sie diesem Vorhaben zustimmen, meine Damen und Herren.
Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.
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