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Geretsried - Stadt im Grünen - mehr Grün für die Stadt

Pressebericht aus dem Geretsrieder Merkur vom 18.2.2005 zur Jahreshauptversammlung

Wellness, Kröten und die S-Bahn
Grünen-Chefin Siepmann zieht Bilanz

VON SABINE SCHÖRNER Geretsried - S-Bahn, Mediterana, Haushaltsplan und die Zusammenarbeit im Stadtrat: Viel Gesprächsbedarf gab es am Mittwochabend in der Jahresversammlung der Geretsrieder Grünen. Die wiedergewählte Vorsitzende Brigitta Siepmann sah dies als Bestätigung, dass der Ortsverband wieder stärker aktiv werden müsse. Unterstützung bekommen sie und ihr Stellvertreter und Stadtratskollege Volker Witte dabei von den neuen Beisitzern Klaus Zeifang und Paul Wildenauer.

So viele Besucher wie der Ortsverband Mitglieder hat, nämlich zwölf, waren zur Versammlung in die Gaststätte Bürgerstübl gekommen. Zu jedem Thema, das Brigitta Siepmann, in ihrem Jahresbericht ansprach, entwickelte sich eine lebhafte Diskussion. Selbstkritisch räumte die Vorsitzende ein, dass der Ortsverband in den vergangenen zwei Jahren nur im Bürgermeisterwahlkampf wirklich aktiv gewesen sei - dafür mit Erfolg.

"Es freut uns sehr, dass ins Rathaus und in den Stadtrat ein anderer Zug kommt", sagte Siepmann. Cornelia Irmer sei "eine integrative Bürgermeisterin", kompetent, ehrgeizig und stets offen für Gespräche. Dies sei wichtig, wenn man einmal gegensätzlicher Meinung sei. Denn hier gibt sich Siepmann "keinen Illusionen" hin. Cornelia Irmer sei "keine Grüne" und könne auch "ein harter Gegner" sein.

Mediterana weckt Misstrauen

Zur S-Bahn erklärte die Grünen-Sprecherin, warum man sich für die Trasse über Gelting entschieden habe. Diese sei seit langem aus dem Flächennutzungsplan bekannt. Die teurere Trasse über Waldram sei dagegen "mit vielen Fragezeichen versehen". Beim geplanten Endbahnhof im FFH-Gebiet habe man sich entscheiden müssen, "verzichten wir ganz auf die S-Bahn oder schlucken wir diese Kröte". Die Grünen hätten sich letztlich für den Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs entschieden. Siepmann hofft allerdings immer noch darauf, dass es mit dem Alternativstandort westlich der B 11-Ausfahrt Stein (er liegt in der Wasserschutzzone III) klappt.

Große Zustimmung fand in der Versammlung die ablehnende Haltung des Grünen -Kreisverbands zur geplanten Wellness-Oase Mediterana in Buchberg (wir berichteten). Siepmann äußerte ihr "Misstrauen" gegenüber dem Investor, der seit zwei Jahren wichtige Antworten schuldig bleibe. Auch ihren Stadtratskollegen sprach die Grüne in dieser Sache das Vertrauen ab. Immerhin habe sie von Bürgermeisterin Irmer "die Zusage, das wir uns das sorgfältig anschauen und auch einen Anwalt einschalten".

Zum Haushaltsplan erklärte Siepmann, dass man sich das Feuerwehrhaus eigentlich gar nicht leisten könne. Obwohl die Stadt dafür schon Grundstücke verkaufen müsse, würden die Rücklagen bis 2008 auf Null gefahren. "Weil die Mittel knapp sind, müssen wir sie möglichst gerecht verteilen", sagte die Grüne. Vor allem der Unterschied zwischen der Sport- und der Kulturförderung sei "enorm".

Als "schwierig" bezeichnete Siepmann die Zusammenarbeit im Stadtrat. Offensichtlich liege der CSU die Niederlage bei der Bürgermeisterwahl noch "schwer verdaulich im Magen". Anders könne sie es sich nicht erklären, warum der Vize-Bürgermeister und CSU-Chef Gerhard Meinl es als Aufgabe der 1. Bürgermeisterin bezeichnet, den Haushalt auszugleichen. "Kommen auf uns Zustände wie in Wolfratshausen zu?", fragte Paul Wildenauer in Anspielung auf die Differenzen in der Nachbarstadt. "Ich hoffe", antwortete Siepmann, "dass sie wieder ins Boot kommen."


mm

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