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Geretsried - Stadt im Grünen - mehr Grün für die Stadt

Stellungnahme zur S-Bahn-Verlängerung von Brigitta Siepmann, unserer Fraktionsvorsitzenden im Geretsrieder Stadtrat, 21.12.2004

„Man muss in das Gelingen verliebt sein, nicht in das Scheitern“
sagt der deutsche Philosoph Ernst Block.

Daran hält sich unsere Ausschussgemeinschaft bei dem Projekt: S-Bahn-Verlängerung nach Geretsried.

Nun gibt es allerdings unterschiedliche Auffassungen zum Begriff „Gelingen“, wie wir aus vielen Diskussionen und Veröffentlichungen der letzten Tage und Wochen wissen.

Für uns als Ausschussgemeinschaft ist Gelingen das:

 â€žSpätestens 2010 fährt die S-Bahn auf der mit Wolfratshausen abgestimmten Trasse bis nach Geretsried Süd. Sie endet an einem  Endbahnhof, dessen Standort aus mehreren Alternativen so ausgewählt wurde, dass damit die geringsten Eingriffe in wichtige Schutzgüter, wie Klimaschutz, Naturschutz, Trinkwasserschutz und  Lebensqualität der Anwohnerinnen und Anwohner verbunden sind.“

Die erste Frage, die sich daraus ergibt ist: Warum haben wir inzwischen unsere ursprüngliche Position aufgegeben und sprechen inzwischen für eine Verlängerung nach Geretsried Süd?  

Zu Beginn der Diskussion hatten wir einen Endhalt in Geretsried Mitte favorisiert, allerdings näher am Schulzentrum, damit die dortigen Nutzerbesser angebunden sind. Und wir hatten für eine Anbindung des Südens über einen optimierten Bustransfer gestimmt. 

Das hatte nicht nur ökologische Gründe mit Blick auf den problematischen Standort im FFH-Gebiet und Bannwald, sondern auch wirtschaftliche. Drei Bahnhöfe müssen ja von unserer Stadt erst einmal über die Jahre mit erschlossen und erhalten werden. 

Inzwischen zeichnet sich ab, dass die Förderfähigkeit auf dem Spiel stehen könnte, wenn die S-Bahn nicht bis in den Süden fährt. Das ist eine Aussage aus der Kosten-Nutzen-Analyse und sie wurde letzten Freitag von Herrn Schneider von Intraplan bestätigt.  

Das kann man natürlich anzweifeln und sich darauf beschränken. Doch selbst wenn wir für diese Behauptung noch keine endgültigen Beweise haben, so haben wir sie jedenfalls auch nicht für das Gegenteil.

Mit der Förderfähigkeit steht nichts Geringeres als die Realisierung der S-Bahn-Verlängerung auf dem Spiel. Wir halten diesen Anschluss aber für die Zukunft unserer Stadt für so wichtig, dass wir im Rahmen unserer politischen Verantwortung leider nicht sagen können: Dann eben keine S-Bahn. 

Die Bedeutung für die Wirtschaft und als Bildungsstandort wurde bereits ausführlich erörtert. Daneben gibt es aber auch die Bedeutung für den so wichtigen Klimaschutz, denn die S-Bahn wird den Individualverkehr deutlich reduzieren. Es gibt den realistischen Blick auf die Endlichkeit der Erdölvorkommen und die Kostensteigerungen beim Benzin, die es unwahrscheinlich erscheinen lassen, dass sich der Individualverkehr so halten kann, wie wir das heute so selbstverständlich voraussetzen. Und es gibt unseren sorgenvollen Blick auf die demografische Entwicklung, die es mit Blick auf die schleichende Überalterung unserer Gesellschaft dringend erforderlich erscheinen lässt, mit einer S-Bahn die Mobilität der Seniorinnen und Senioren zu erhalten. 

Wir können deshalb auch heute nicht mit frohem Herzen zustimmen, dass wir einen Endbahnhof Süd  wollen.

Aber wenn wir die S-Bahn wollen, müssen wir heute trotz aller damit verbundenen Probleme und absehbarer finanzieller Belastungen zum jetzigen Stand des Verfahrens akzeptieren: Wir  brauchen einen Endbahnhof Süd.

Was wir nicht akzeptieren ist der ohne Alternativen geplante Standort.

Unabhängig davon, dass die FFH-Verträglichkeitsprüfung sowieso noch aussteht, bestehen wir weiterhin darauf, dass hier Alternativstandorte geprüft werden. Das sind wir nicht nur der Natur, sondern auch den betroffenen Bürgerinnen und Bürgern schuldig.  

Denn hier führt die S-Bahn nicht nur an der Bebauung vorbei, sondern dazwischen durch. Und die Bewohner haben nicht nur eine vorbeifahrende S-Bahn zu ertragen, sondern 

·       einen Endbahnhof mit 130 Stellplätzen, samt dem Verkehr, der damit verbunden ist

·       eine enorme Baustelle, die sich auch auf Bannwald und FFH-Flächen auswirken wird

·       und für ganz Geretsried: den weiteren Verlust eines beliebten Naherholungsgebietes

Aber auch die Ausweisung von FFH-Flächen zum Erhalt der Arten oder von Bannwald zum Klimaschutz ist keine ökologische Spinnerei, sondern eine notwendige Investition in die Zukunft – für die Menschen, auf lange Sicht, und nicht gegen sie. Eine Investition übrigens, deren Kapital – nämlich gesunder Wald oder unverbaute, ökologisch bedeutende Flächen – keineswegs unendlich vorhanden und beliebig austauschbar ist. 

Diese Investition in unsere Zukunft wollen und können wir unseres  Erachtens nicht ohne sorgfältige Abwägung von Alternativen gefährden.  

Ein Standort an der B 11 wäre auf jeden Fall eine prüfenswerte Alternative. Wir sind aber auch für andere Alternativstandorte offen. Natürlich ist uns sehr wohl bewusst, dass damit unter Umständen die Wasserschutzzone III tangiert ist, auf der unser Stadtteil Stein steht und einige andere bauliche Nutzungen verwirklicht sind. 

Der Trinkwasserschutz ist ein sehr hohes Gut – das unserer Ansicht nach ebenso sorgfältig abgewogen werden muss, wie der mit dem Bannwald verbundene Klimaschutz und der mit dem FFH-Gebiet verbundene Schutz der Vielfalt der Arten.  

„Spätestens 2010 fährt die S-Bahn auf der mit Wolfratshausen abgestimmten Trasse bis nach Geretsried Süd. Sie endet an einem Endbahnhof, dessen Standort aus mehreren Alternativen so ausgewählt wurde, dass damit die geringsten Eingriffe in wichtige Schutzgüter, wie Klimaschutz, Naturschutz, Trinkwasserschutz und  Lebensqualität der Anwohnerinnen und Anwohner verbunden sind.“  

Dafür werden wir als Ausschussgemeinschaft kämpfen. Denn: Wir Geretsrieder  brauchen  diese S-Bahn und die Voraussetzungen dafür schaffen wir nur gemeinsam mit Wolfratshausen.

Wir stimmen deshalb heute für die von Wolfratshausen verabschiedete Trasse über Gelting und einen Endbahnhof Süd, für den weitere Alternativen zu prüfen sind

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