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Geretsried - Stadt im Grünen - mehr Grün für die Stadt

Stellungnahme der Grünen zum geplanten Endbahnhof Geretsried Süd, 6.6.06

Zu den Überlegungen von Rainer Kopnicky und den Freien Wählern in Königsdorf auf der FFH Fläche Buckelwiese an der Königsdorfer Alm ein Gewerbegebiet zu errichten nehmen wir wie folgt Stellung:

Mit Staunen haben wir vernommen, mit welcher Offenheit die Freien Wähler von Königsdorf und allen voran Herr Kopnicky ihre Pläne zu den Königsdorfer Buckelwiesen vorantreiben: Der Endbahnhof Geretsried soll also zwar nicht an die verkehrlich wesentlich besser geeignete B 11 gegenüber der Ausfahrt Stein, weil Königsdorf hier – entgegen allen Fachleuten – Bedenken hat, mit diesem Standort könne das Trinkwasser gefährdet werden. Die Buckelwiesen allerdings, die als seltenes Relikt aus der Eiszeit von der Bodenstruktur und Fauna her fast einmalig sind und deshalb von Bayern als FFH-Gebiet nach Brüssel gemeldet wurden, werden von Herrn Kopnicky schon hurtig als neues Köngisdorfer Gewerbegebiet verplant. Und das, obwohl sie nicht in der gesamten Fläche für den S-Bahnbau gebraucht würden.

Königsdorf braucht also Gewerbeflächen. So nah am schönen Dorf mag man die nicht gerne haben. Da wäre so eine Fläche am Rand der Nachbarstadt natürlich besser. Absolut bestechend muss die Aussicht erscheinen, dass diese Nachbarstadt auch noch weitgehend die Erschließung übernehmen – und - quasi kostenlos auch noch einen S-Bahnhof vor der Haustüre der Gewerbebetriebe präsentieren würde. Und da die Bewohner am südlichen Stadtrand von Geretsried eh schon einen Endbahnhof samt der dazu gehörigen Anlagen vor der Nase haben, kommt es auf ein bisschen Gewerbe obendrein auch nicht mehr an.

Nur leider – die begehrte Fläche steht unter FFH-Schutz. Der wiederum ist kaum zu knacken. Wenn überhaupt eine Aussicht dazu bestehen soll, dann höchstens dadurch, dass sich für den Endbahnhof wirklich kein anderer Standort im Geretsrieder Süden findet, als in den Buckelwiesen.

Ein Schelm, wer jetzt daran denkt, dass der Königsdorfer Gemeinderat die verkehrstechnisch, finanziell und städtebaulich weit sinnvollere Alternative an der B11 vor allem deshalb ablehnen muss! Wir Geretsrieder Grünen sehen uns in dieser Annahme durch die Äußerung von Herrn Kopnicky bestätigt. Denn das Argument des Trinkwasserschutzes, das gegen einen Bahnhof an der B11 angeführt wird, ist aus zwei Gründen nicht zu treffend: Erstens gibt es geschlossene und damit undurchlässige Gleiskörper und zweitens bekämpft die Bahn das Unkraut im Gleisbett inzwischen nicht mehr chemisch und damit grundwasserbelastend, sondern thermisch, indem man es mit einem Art Gasbrenner abbrennt. Mit entsprechenden Auflagen ist so ein S-Bahnhof nach Einschätzung der Fachbehörden also durchaus ohne Gefährdung des Trinkwassers an der B 11 möglich. Beim Campingplatz und vor allem der relativ neuen Tankstelle auf Königsdorfer Flur haben sich die Königsdorfer Räte offensichtlich auch davon überzeugen lassen, dass durch entsprechende Auflagen eine Gefährdung entfällt.

Vor diesem Hintergrund können wir den Königsdorfern ihre Sorge um das Wasser nicht recht abnehmen. Allzu durchsichtig ist die Königsdorfer Interessenslage. Wir fühlen uns dadurch neu bestätigt, dass der Standort an der B 11 für Geretsried tatsächlich die bessere Alternative ist. Wir werden deshalb gegen einen Bahnhof auf den Buckelwiesen zusammen mit Naturschutzverbänden und Anwohnern alle Kräfte mobilisieren, um diesen zu verhindern.

Der Bahnhof Süd mit den notwendigen Parkplätzen, Zufahrten und Gewerbebauten würde ein FFH Naturgebiet und wohnortnahen Erholungsraum zerstören, den man normalerweise so nicht vor der Haustüre hat. Überdies ist diese wertvolle Fläche in der typischen oberbayerische Landschaft ein wichtiger weicher Standortfaktor für unseren Wirtschaftsraum. Nicht umsonst wird in Immobilien- und Stellenanzeigen gerne mit dem Erholungswert der Umgebung geworben, um Investoren und Bewohner anzulocken. Weil die Wiesen an der Königsdorfer Alm mit Biergarten für Urlauber und Erholungssuchenden einzigartig sind und zudem ein beliebter Treffpunkt vieler Bewohner aus Geretsried und Königsdorf , dürfen diese auf keinen Fall versiegelt und zu gebaut werden. Und wir wollen den Geretsriederinnen und Geretsriedern im Süden unserer Stadt weder den Blick und die Emissionen eines Endbahnhofes, noch den erheblichen Zufahrtverkehr zu den Parkplätzen, vor allem aus Richtung Königsdorf, und dazu noch die Ansicht auf unattraktive Gewerbebauten direkt am Rande der Stadt zumuten.

Wir wiederholen deshalb noch einmal eindringlich die Forderung unserer Stadträte, von der Überlegung eines Bahnhofs im FFH Gebiet Abschied zu nehmen und die Alternative an der B11 ernsthaft auf ihre Eignung zu untersuchen.  

Mit freundlichen Grüßen, 

Paul M. Wildenauer und Brigitta Siepmann

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